Elektroheizung: Teure Wärme
Eine günstige und effiziente Alternative zu konventionellen Heizanlagen soll sie sein, verspricht die Werbung. Aber die Tagstromelektroheizung ist genau dies nicht, wie ein Bericht von “Deutschlandfunk” aufdeckt.
2.500 Euro statt 20.000 Euro für die Heizung. Kein Rohreverlegen, kein Schmutz am Altbau bei der Installation. Effektive und wirtschaftliche Heizeigenschaften durch große Heizfläche und Schamottkerne. Hört sich gut an? Das war aber noch nicht alles.
Denn die negativen und problematischen Aspekte der mit diesen Eigenschaften beworbenen Elektroheizung werden in der Werbung natürlich nicht erwähnt. Dafür aber im “Deutschlandfunk”, in dessen Bericht sich mehrere Experten kritisch zu der alternativen Heizform mit elektrischen Strom äußerten.
Die “Schamottierung” sorge so beispielsweise zwar durchaus für eine längere Wärmespeicherung, gleichzeitig aber für ein längeres und energieaufwändigeres Aufheizen der Anlage. Und nach dem Heizen werde die Wärme unkontrolliert, kontinuierlich und somit möglicherweise auch zu einem falschen Zeitpunkt abgegeben.
Hohe Kosten auch fürs Klima
Darüber hinaus rechnet Verbraucherschützer Thomas Hagen vor, dass durch die rund 20 Cent pro Kilowattstunde anfallenden Stromkosten einen sehr viel höheren Kostenaufwand verursachen als Öl oder Gas. Mit letzteren bezahle man, umgerechnet auf die abgegebene Wärme, nur 7 bis 8 Cent pro Kilowattstunde. “Von daher ist Strom viel zu teuer, um als Heizquelle im Haus oder Wohnung zu dienen”, so Hagen.
Außerdem sei die Umweltverträglichkeit der Elektroheizung eher zweifelhaft. Da von den ursprünglichen Brennstoffen wie Kohle, Gas oder Uran nach der Stromgewinnung im Kraftwerk nur ein Drittel der Energie übrig bleibe und im Haushalt dann wieder in Wärme umgewandelt werden, sei die Methode nicht nur ineffizient: “Die CO2-Bilanz der Elektroheizungen ist geradezu verheerend”, warnt Hagen. Bei Öl oder Gas könne dagegen fast 90 Prozent der Primärenergie beim Heizen im Haushalt verwendet werden. Insgesamt sei eine Elektroheizung daher nur wirklich CO2-neutral, wenn es auch der benutzte Strom sei. Wird also ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen in die Heizanlage gespeist, ist diese klimafreundlich – sonst nicht.
Insgesamt sind die Elektroheizungen nur für Gebäude mit einer hohen Energieeffizienz – wie zum Beispiel Passivhäuser – sinnvoll, rät der “Deutschlandfunk”. Normale Haushalte sollten der Alternative Elektroheizung also folglich besser aus dem Weg gehen.