Klimaschutzziele in Gefahr
Die Erderwärmung soll nicht mehr als 2°C betragen – auf dieses Ziel einigten sich hunderte Staaten vor eininger Zeit. Dieses Ziel ist jedoch laut einer Studie des Magazins “Nature” stark gefährdet.
Aufgrund der bekannten Gefahren der massiven CO2-Emissionen, die die Menschheit seit geraumer Zeit in die Atmosphäre entlässt, wurden bereits ebenso viele Warnungen veröffentlicht wie gut gemeinte Ziele zum Klimaschutz vereinbart. Jedoch zeigte weder das eine noch das andere bisher die gewünschte und auch benötigte Wirkung: Weder sind erneuerbare Energien voll wettbewerbsfähig, noch wurde der CO2-Ausstoß weltweit merklich gesenkt. Trotzdem gab es aber immer wieder entsprechende Willenserklärungen und Bekenntnisse.
Ein wesentliches Ziel, dass auch die EU unterstützt, ist die Eindämmung der Erderwärmung auf maximal 2°C. Nun präsentiert das Wissenschaftsmagazin “Nature” eine mehrjährige Studie, die das Erreichen dieses Ziels angesichts der bisherigen Entwicklungen in Frage stellt. Nur durch eine schnelle und rigorose Abkehr von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Gas und Öl sei eine Klimakatastrophe noch zu verhindern, so das Ergebnis der Forscher.
50 Prozent CO2-Reduzierung
Die maximale Menge an CO2, die laut Studie bis zum Jahre 2050 noch durch Menschenhand in die Atmosphäre gelangen darf, beträgt ein Billion Tonnen – ausgehend von Jahr 2000. Jedoch hätten die Menschen seitdem schon rund ein Drittel dieses Maximalwerts verbraucht, berichtet der “Spiegel” unter Berufung auf die Studie. Bei gleich bleibendem Verbrauch würde die Obergrenze bereits in zwanzig Jahren erreicht sein – um dies zu verhindern, müsste Treibhausgasausstoß bis 2050 im Vergleich zu 1990 halbiert werden. Dies sei nur möglich, wenn zukünftig nicht mehr auf fossile Brennstoffe als Hauptenergieträger zurückgegriffen werden, so die Forscher weiter. Denn würden bis 2050 alle wirtschaftlich förderbaren Ressourcen verbrannt, würde die Obergrenze um das vierfache übertroffen, was eine Klimakatastrophe ungeahnten Ausmaßes nach sich ziehen könnte.
Klimakonferenz als Ansatz
Im Dezember dieses Jahres steht in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen die 15. UN-Klimakonferenz an, bei der die mehreren tausend teilnehmenden Vertreter neue, verbindliche Klimaschutzziele für die Zeit nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahre 2012 festlegen wollen. Die Ergebnisse der “Nature”-Studie könnten nun im besten Fall dazu beitragen, dass die Teilnehmer mit genügend Wachsamkeit und Einigkeit für den geforderten schnellen und baldigen Energieumschwung sorgen. So könnte der Klimaschutz trotz der düsteren Prognosen noch effektiv und rechtzeitig umgesetzt werden.