Die Wüste steckt voller Energie

Bereits zwei Prozent der Sahara bergen genug Sonnenenergie, um die ganze Welt mit Strom zu versorgen. Greenpeace fordert vor dem Hintergrund einer aktuellen Studie daher den Ausbau von solarthermischen Anlagen in Wüstenregionen.

Bis 2050 könnten in den Wüsten der Erde saubere Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 1.500 Gigawatt gebaut werden, die jährlich rund 7.800 Terawattstunden Strom produzieren – dreimal soviel wie alle Atomkraftwerke zusammen. Da die Solarthermie-Anlagen primär Kohlekraftwerke ersetzten würden, ist ein Anstieg der CO2-Ersparnisse auf 4,7 Milliarden Tonnen möglich. Darüber hinaus würden 15 Milliarden Euro an Investitionsgelder dafür sorgen, dass die Industrie und Wirtschaft von der Wüstenstrom-Entwicklung ebenfalls deutlich profitiert. Bis 2020 würden 200.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, bis 2050 dann sogar zwei Millionen.
Das sind die Ergebnisse der Studie “Globaler Ausblick auf die Entwicklung solarthermischer Kraftwerke 2009″, die jüngst im Auftrag von Greenpeace unter anderem von einem Expertenteam der Internationalen Energie-Agentur (IEA) durchgeführt wurde. Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace, schildert in einer Pressemitteilung die Schlussfolgerungen aus diesen Zahlen: Die Politik müsse dafür sorgen, dass die Förderung des Wüstenstroms auf allen Ebenen vorangetrieben wird, so sein Appell.

Große Potenziale

Bislang sei der Aspekt der solarthermischen Stromproduktion in Wüstengebieten zu sehr in den Forschungssektor gedrängt worden, so Böhling. Bundeskanzlerin Merkel und andere zuständige Politiker müssten nun dafür Sorge tragen, dass er “auf die internationale Agenda der Klimakonferenzen und des nächsten G8-Gipfels” gesetzt werde. Denn ein effektiver Ausbau sei nur durch internationale und faire Kooperation möglich. Dabei müsse auch auf die Gleichberechtigung geachtet werden: Die Stromproduktion müsse zunächst für die umliegenden Staaten und Gebiete – egal ob in Afrika, Mexiko, der westlichen USA, Indien oder Australien – erfolgen, mahnt Böhling. Der Reststrom könne dann über hocheffiziente, lange Stromleitungen in andere Zielregionen geliefert werden. Diese Restmengen seien dabei immer noch ausreichend groß, um beispielsweise in Deutschland 15 Prozent und in Europa 25 Prozent des Strombedarfs zu decken. Auch die finanzielle Unterstützung müsse deutlich erhöht werden: “Der Forschungsetat für solarthermische Kraftwerke sollte von derzeit acht Millionen Euro jährlich an das Niveau der Kernfusionsforschung von über 130 Millionen Euro angepasst werden”, so die Forderung.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bewertet die Studie dagegen nicht als Kritik, sondern eher als Bestätigung seiner Arbeit. Nach einigen eigenen Studien, die zum gleichen Ergebnis wie die von Greenpeace gekommen seien, habe er sein Engagement bei vielen Konferenzen im In- und Ausland deutlich erhöht, betont Gabriel in einer Pressemitteilung. Die Förderung von Solarthermie und Wüstenstrom sei ein sehr wichtiges Anliegen für ihn und die Regierung. Insofern sei sich das Umweltministerium durchaus mit Greenpeace einig, dass der Ausbau der Technologien und Anlagen in jeglicher Hinsicht unterstützt werden müsse.

Eine Antwort zu “Die Wüste steckt voller Energie”

  1. Paula sagt:

    Die Nutzung dieser erneuerbaren Energie nehmen doch immer mehr Raum ein, was doch für sich spricht. Hier muss man einfach mal sehen, wie sich das ganze entwickelt. Das daher die Meinungen hier immer wieder auseinander gehen, ist ja nachvollziehbar.

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