Größte Geothermie-Anlage eingeweiht
Das bislang größte Erdwärme-Kraftwerk Deutschlands steht in Unterhaching. Die Anlage wurde nun von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel eingeweiht und soll jährlich über 10.000 Megawattstunden Strom produzieren.
Die klimaschonende Wirkung des Kraftwerks, das in Kooperation mit dem Technologiekonzern Siemens erbaut wurde, ist beeindruckend: 60 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen des Raums Unterhaching soll das neue Erdwärme-Kraftwerk einsparen, das sind 40.000 Tonnen Kohlendioxid. Von den 11.000 Haushalten des bayrischen Ortes sind bereits 3.000 mit der Anlage verbunden, weitere sollen nach einer Aufrüstung mit einer besseren Förderpumpe und einer dadurch erhöhten Leistung folgen.
Die Geothermie-Anlagen nutzen vom Erdkern erhitztes Wasser, das aus mehreren tausend Metern Tiefe emporgepumpt wird, durch kontrollierte und effiziente Nutzung der Kondensation zur Stromgewinnung.
Innovativ und zukunftsweisend
Unterhaching wurde für das Geothermie-Projekt als “ausgewählter Ort” im Rahmen des unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler ausgetragenen Innovationswettbewerbs “365 Orte im Land der Ideen” ausgezeichnet. Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zeigte sich sehr erfreut von der positiven Entwicklung auf dem Sektor und bescheinigte dem Unterhachinger Projekt eine “Leuchtturmcharakter”. Durch diese “Pionierleistung” würde das Ziel, die Leistung aus geothermischer Energie bis ins Jahr 2020 auf etwa 280 Megawatt zu vervierzigfachen, weiter vorangetrieben. Nun hoffe er, dass sich andere dieses Projekt zum Vorbild nähmen und die gesetzlichen Anreize zur Errichtung geothermischer Anlagen ausnutzten, so Gabriel. Dies würde nicht nur dem Klima gut tun und die regenerativen Energien stärken, sondern auch die deutsche Vorreiterrolle in der Welt auf diesem Gebiet im Bezug auf die Ökostrom-Technologie untermauern.