LichtBlick will unabhängiges Stromnetz

Nach einem Spiegel-Bericht über erneut deutlich erhöhte Netzgebühren fordert der Ökostrom-Anbieter LichtBlick eine effiziente und konsequentere Regulierung des deutschen Stromnetzes.
Die hiesigen Strukturen auf dem Strommarkt seien nicht mehr zeitgemäß und kompliziert, kritisiert Gero Lücking, Mitglied der LichtBlick-Geschäftsführung: „Wir haben immer noch vier große Regelzonen und über 800 lokale Netzbetreiber. Das ist eine teure und unnötige Kleinstaaterei auf Kosten der Verbraucher (…) und den Profit streichen die Netzbetreiber EnBW, Vattenfall, RWE und Eon ein““. Daher bestehe der dringende Bedarf, die Regelzonen zu bündeln und einem Betreiber zu übertragen. Allein durch die Regelung von Stromschwankungen durch sogenannte Ausgleichsenergie könnten pro Jahr 500 Millionen Euro gespart werden. Daher müsse auch die Bundesnetzagentur die Anträge der Betreiber kritische prüfen und die Anreize zur effizienteren Betreibung der Netze verbessern, fordert Lücking.

Der Griff in die Tasche

Die Netzagentur genehmigte nun allerdings jüngst erst einmal einen Antrag der Netzbetreiber, die Nutzungsentgelte für ihre Netzkapazitäten drastisch zu erhöhen. Zwischen 13 und 30 Prozent betragen die Anhebungen nach Informationen des “Spiegel”, LichtBlick errechnete für die Netzbereiche von E.ON Hanse, E.ON Bayern und E.ON Edis 12,8 bis 23,5 Prozent gestiegener Gebühren.
Für die Verbraucher bedeutet dies folglich ebenfalls einen deutlichen Anstieg der Strompreise, da die Netzgebühren etwa ein Drittel des letztendlichen Preises ausmachen. Für einen Haushalt mit einem 3.000-Kilowattstunden-Verbrauch pro Jahr ergeben sich somit nach Angaben von LichtBlick Mehrkosten zwischen 20 und 44 Euro.

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