E.ON trennt sich von Wasserkraftwerken

Der führende deutsche Energiekonzern E.ON hat 13 Wasserkraftwerke an den österreichischen Stromerzeuger Verbund verkauft. Damit setzt er die Auflagen der EU zum Abbau von Kapazitäten weiter um.
Die am bayrischen Inn errichteten Kraftwerke haben eine Gesamtleistung von 312 Megawatt und produzieren pro Jahr rund 1.800 Gigawattstunden Strom. Der größte österreichische Elektrizitätskonzern Verbund zahlt für die Anlagen nach eigenen Angaben über eine Milliarde Euro an E.ON. Dabei werden zwei Drittel des Kaufpreises direkt beglichen und das restliche Drittel über die Dauer von 20 Jahren per Stromlieferungen. Für Verbund bedeutet das Geschäft, das die größte Einzeltransaktion der Unternehmensgeschichte darstellt, eine Erhöhung ihrer jährlich durch Wasserkraft produzierten Strommengen auf 27 Milliarden Kilowattstunden, die von 115 Wasserkraftwerken erzeugt werden. Damit rücken die Österreicher auf Platz vier der größten europäischen Wasserkraftkonzerne vor.

Abgestraft für den Wettbewerb

Für E.ON bedeutet der Deal einen zwangsweisen Verlust von weiteren Erzeugungskapazitäten. Im vergangenen Jahr musste der deutsche Branchenprimus der Wettbewerbskommission der Europäischen Union zusichern, sich von seinen Höchstspannungsnetzen sowie von Kraftwerkskapazitäten über 5000 Megawatt zu trennen. Im Gegenzug stoppte die Kartellbehörde ein Ermittlungsverfahren wegen Preismanipulation gegen E.ON und RWE, die dabei dieselben Auflagen erhielten wie E.ON.
Nach Informationen der Agentur “Reuters” hat E.ON durch den Verkauf der 13 Kraftwerke nun mit 3200 Megawatt schon deutlich mehr als die Hälfte der geforderten Trennungen verwirklicht. Dafür wurden unter anderem bereits Kraftwerksbeteiligungen an EnBW verkauft und Kapazitäts-Tauschgeschäfte mit ausländischen Versorgern durchgeführt. Auch RWE hat die Vereinbarung bereits teilweise erfüllt, was dem Wettbewerb in Deutschland dank der Intervention der EU insgesamt zugute kommen dürfte.

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