Netzentgeltsenkung in Aussicht gestellt

Nach den teils drastischen Anstiegen der von den Netzbetreibern erhobenen Nutzungsgebühren wird es in den nächsten Jahren voraussichtlich zu einem Abwärtstrend kommen. Das will die Bundesnetzagentur durch eine verstärkte Regulierung und eine verbesserte Effizienz der Netze erreichen.
Die Netzagentur genehmigte jüngst Erhöhungen der Netzentgelte von teilweise bis zu 30 Prozent. Konzerne wie E.ON oder Vattenfall konnten davon mit jeweils dreistelligen Millionenbeträgen an Zusatzeinnahmen profitieren, wie der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) berechnet hat. Verbraucher und Verbände kritisieren diesen Schritt und die fehlende Regulierung seitens der Agentur. Dessen Präsident Matthias Kurth hat sich nun im “Handelsblatt” zu den Stimmen geäußert und die Strategie für die kommenden Jahre erläutert. Zunächst einmal seien die derzeitigen Erhöhungen keineswegs so dramatisch, wie sie oft dargestellt würden, so Kurth. Es gehe lediglich um einen leichten Aufwärtstrend, der rund zwei Prozent betrage. “Auf keinen Fall ist damit eine Tendenz für die nächsten Jahre vorgezeichnet. Von einer Trendwende kann nicht die Rede sein”, sagte er.

Der Trend zeigt nach unten

Des Weiteren habe sich durch das Wirken der Netzagentur bereits vieles gebessert. Während vor Beginn der Regulierung im Jahre 2006 die Netzentgelte für die Energiekonzerne noch eine wesentliche Einnahmequelle bedeutet hätten, sei dies heute nicht mehr in diesem Maße der Fall. “Es hat sich bereits viel verändert”, so Kurth. Davon hätten auch die Verbraucher schon spürbar profitieren können: In den Jahren 2006, 2007 und 2008 seien die Netzentgelte in Deutschland um insgesamt gut drei Milliarden Euro gesunken.
Dieser Trend werde nun auch in Zukunft versucht aufrechtzuerhalten. Dem “Handelsblatt” sagte Kurth, die Netzbetreiber hätten Bescheide vorliegen, aus denen “klar hervorgeht, welche Effizienzsteigerungen sie in den nächsten Jahren vorzunehmen haben.” Dies würde letztendlich sinkende Netzentgelte zur Folge haben. Für die Verbraucher ist der Kurs der Bundesnetzagentur im Hinblick auf die Energiepreise für Privathaushalte und auch gewerbliche Abnehmer eminent wichtig, da die Netzentgelte noch immer rund ein Drittel des Strompreises ausmachen. Jede Veränderung der Gebühren bekommen die Kunden also direkt zu spüren – im Negativen wie im Positiven.

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