Negative Strompreise
Am vergangenen Sonntag haben die Teilnehmer der Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX) pro Megawattstunde 0,06 Euro bekommen. Diese sogenannten negativen Strompreise ergeben sich wenn der Strom in hohen Mengen aufkommt, die Nachfrage jedoch niedrig ist. So gab es einige Tage davor sogar 149,49 Euro je Megawattstunde. Grund für den vielen Strom ist der Wind, der den Windrädern kräftig einheizte, so produzierten die Windräder bis zu 20.000 Megawatt Leistung. Außerdem waren die Temperaturen vergangene Woche recht mild, so dass weniger Strom von den Konsumente genutzt wurde. Der Wind und das für November recht gute Wetter spielten also zusammen und sorgten für den Überschuss an Strom. Diesen Überschuss gibt es allerdings nur für wenige Stunden, danach kann es sein, dass die Nachfrage wieder steigt, die Windräder jedoch nicht mehr so viel Leistung bringen und damit auch der Preis steigt.
Vorteile haben diese negativen Preise vor allem für Betreiber von Kraftwerksparks wie die deutsche Firma RWE, diese sogenannten Pumpspeicherkraftwerke pumpen das Wasser aus einen in das andere Becken, so dass sie schneller umschalten können zwischen Stromverbrauch und Stromproduktion, was für Flexibilität sorgt. Durch die Schwankungen in der Verbrauchskurve müssen die Konzerne nicht ihre Kraftwerke herunterfahren, was nicht nur teuer ist, sondern auch eine gewisse Zeit braucht, in etwa vier bis sechs Stunden. Stattdessen können sie auf die Pumpspeicherkraftwerke zurückgreifen. Für den kleinen Verbraucher bringen die negativ Preise nichts, da sie nur kurz anhalten und danach wieder normal werden.
Bleibt nur zu hoffen, dass sich stattdessen nicht die von einigen Energiekonzernen angekündigten Preiserhöhungen 2010 sich nicht bewahrheiten. Dennoch kündigen einige Stromversorger auch an die Preise zum Jahresende zu senken, somit besteht noch Hoffnung, dass dies den noch nicht wirklich funktionierenden Wettbewerb bald ankurbelt.