Ein europäisches Stromnetz und ein Gezeitenkraftwerk

Für die nächsten zehn Jahre haben die meisten europäischen Staaten ein gemeinsames Ziel: die globale Erwärmung unter 2 Grad Celsius halten und einen größeren Teil des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken.
Das neuste Projekt auf dem Weg zum eben genannten Ziel ist ein gemeinsames Stromnetz für Nordeuropa. Um dorthin zu gelangen werden in den nächsten Jahren Hightech-Kabel auf dem Grund der Nordsee verlegt, die alle Anrainer-Länder mit Ökostrom versorgen sollen. Der Strom soll aus Wind-, Wasser- und Sonnenenergie stammen, wobei Wasserkraftwerke in Form von Pumpspeicherkraftwerken dafür sorgen sollen, dass der unbeständig erzeugte Strom von Sonnen- und Windkraftwerken gespeichert wird. Das ganze Projekt wird die beteiligten Länder um die 30 Milliarden Euro kosten, von denen noch nicht ganz klar ist woher sie kommen sollen.
Klar ist jedenfalls, dass in Großbritannien ein Gezeitenkraftwerk gebaut werden soll, dass den Tidenhub des Severn-River nutzen wird. Der Severn ist der längste Fluss Großbritanniens und an seiner Mündung soll das riesige neue Wasserkraftwerk entstehen und für 5% der britischen Strombedarfs sorgen. Wie bei jedem großen Bauprojekt gibt es Kritiker und Befürworter, die sich beide mit ihrer Meinung zu dem Projekt nicht zurück halten. Die Befürworter sehen vor allem, dass ein solches Kraftwerk die Briten mit sauberem Ökostrom versorgt, indem die unerschöpfliche Kraft der Natur genutzt wird. Die Kritiker bemängeln, dass mit der Staumauer, die für das Kraftwerk gebaut werden muss, die Lebewesen des Severn in ihrem natürlichen Lebensraum beschränkt werden und die Fische beispielsweise durch die damit entstehende Barriere nicht in ihre Laichgebiete kommen. Die EU schreibt zwar vor, dass bei so einem Projekt eine Ausweichfläche für die Lebewesen geschaffen werden muss, allerdings werden mit der Umsiedlung der Tierarten weitere Kosten entstehen.  Wenn man dann noch bedenkt, dass der Strom im Gegensatz zu Strom aus Windenergie auf dem freien Markt nicht konkurrenzfähig ist, weil er einfach zu teuer ist, fragt man sich wie groß der Nutzen wirklich ist, wenn so viele negative Faktoren hinzukommen.

Eine Antwort zu “Ein europäisches Stromnetz und ein Gezeitenkraftwerk”

  1. Helen sagt:

    Die Sache mit dem Gezeitenkraftwerk hört sich ja ganz gut an, aber der Einschnitt in die Natur ist meiner Meinung nach zu groß. Gruß Helen

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