Stromproduktion und Transport werden stärker getrennt

Derzeit haben in Polen tausende Haushalte keinen Strom und sind schutzlos der Kälte ausgesetzt. In Deutschland funktioniert die Stromversorgung zur Zeit gut, aber wie gerade erst bekannt wurde überlegt der Energiekonzern Vattenfall sein Stromnetz zu verkaufen. Bereits im November hatte der deutsche Konzern E.on sein Stromnetz an den niederländischen Energiekonzern Tennet verkauft.
Bisher war Deutschland zwischen den vier großen Stromanbietern E.on, Vattenfall, RWE und EnBW aufgeteilt. Energie Baden-Württemberg (EnBW) war für die Stromversorgung Baden-Württembergs zuständig, die Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke (RWE) versorgen den Westen und einen Teil Bayerns mit Strom. Der Rest Bayerns, ein Teil Hessens, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein werden seit kurzem von Tennet mit Strom versorgt. Der Rest, genauer gesagt Hamburg, Berlin und die neuen Bundesländer werden (noch) von Vattenfall versorgt.
Einer der Gründe dafür, dass Vattenfall darüber nachdenkt sein Stromnetz zu verkaufen ist nach eigenen Angaben, dass der Konzern sich neu orientieren und mehr auf die Stromproduktion konzentrieren will. E.on verkaufte sein Stromnetz weil die EU-Kommission mit dem Unternehmen eine Vereinbarung getroffen hatte, nach der von einem Kartellverfahren abgesehen wird, wenn der Konzern sein Netz verkauft. Grund für diesen Deal war, dass die Kommission E.on verdächtigt hat  seine Macht auf dem deutschen Markt auszunutzen und die Strompreise künstlich in die Höhe zu treiben.
Die Netze beider Konzerne grenzen an die Küste und in den nächsten Jahren sind erhebliche Investitionen nötig um die Offshore-Windparks an das Netz anzuschließen. Experten sehen diese Tatsache als weiteren Grund für den Verkauf der Netze.

Den Verbrauchern können die Gründe für den Verkauf der Netze eigentlich egal sein, wichtig für sie ist nur, dass durch den Verkauf eine Trennung von Stromproduktion und -transport entsteht. Diese Trennung kann dafür sorgen, dass der Wettbewerb angeregt wird und als Folge des Wettbewerbs die Preise sinken. Durch die Verflechtung von Stromerzeugung und Stromtransport ist es kleineren Unternehmen kaum möglich auf dem Markt Fuß zu fassen und in Konkurrenz mit den regionalen Anbietern zu treten.

Eine Antwort zu “Stromproduktion und Transport werden stärker getrennt”

  1. Joey sagt:

    Ob das eventuell die Preise eventuell ein wenig nach unten drückt? Ich glaube eher nicht. Wirklich verrückt, dass die Strompreise in den letzten Jahr so enorm gestiegen sind. Und keiner weiß warum. Gruß

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