Der Wechsel lohnt sich wieder
Zu Lasten der privaten Verbraucher hat die Bundesregierung Großfirmen, Industrieunternehmen und andere Strom-Sonderkunden um eine Milliardensumme entlastet. Umgewälzt werden die so entstandenen Kosten einfach auf die “kleinen” Abnehmer. Auf Druck von Union und FDP blieb dieses Vorgehen zunächst weitgehend unbeachtet. Für die privaten Haushalte könnte der Strom aus der Steckdose im Jahr 2012 so um bis zu 40 Euro teurer werden. Um zu vermeiden, dass die Stromkunden reihenweise ihre Verträge kündigen, zögern die betroffenen Stromanbieter die Benachrichtigungen hinaus.
Die Entlastung der Großkunden
Will man seinen Stromanbieter noch vor dem ersten Januar wechseln, muss man sich sputen. Die fristgerechte Kündigung kann nämlich nur noch bis zum 30. November eingereicht werden. Ansonsten zahlt man im Januar den höheren Tarif. Auf der Domain stromauskunft.de kann man sich über die aktuellen Tarife informieren und einen Strompreisvergleich anstrengen. Zu verdanken haben wir diese saftigen Erhöhungen übrigens der schwarzgelben Bundesregierung. Bereits seit August gilt die neue Stromnetzentgeltverordnung und sie befreit in Paragraf 19 Unternehmen mit einem hohen Verbrauch fast komplett von den Netzgebühren. Das gilt sogar rückwirkend für das laufende Jahr. Entlastet werden dabei vor allem Firmen, deren Stromverbrauch weit über dem Durchschnitt liegt. So müssen zum Beispiel Unternehmen, die mindestens 7000 Stunden pro Jahr am Netz hängen und mehr als zehn Millionen Kilowattstunden Strom verbrauchen, gar keine Netzentgelte mehr zahlen. Die Netzkosten sinken bereits merklich ab einem Stromverbrauch von 100 000 Kilowattstunden pro Jahr. Auf viele Unternehmen treffen diese Verbrauchswerte zu und sie müssen, anders als der gemeine Verbraucher, nicht mehr den vollen Preis zahlen.
Bundesnetzagentur muss Umlagenhöhe absegnen
Die Höhe der Umlage, die von den Übertragungsnetz-Betreibern ermittelt wurde, ist aber noch nicht endgültig. Sollte aber die Bundesnetzagentur dem Vorschlag der Netzbetreiber zustimmen, zahlen die Verbraucher die vorab kalkulierten Mehrkosten. Der Beschluss wird zudem bereits in den nächsten Wochen erwartet. Die Bundesnetzagentur wird ihre Entscheidung nach Meinung der meisten Branchenbeobachter vermutlich Mitte Dezember bekannt geben. Ein Stromanbietervergleich lohnte sich aber auch schon vor dieser Hiobsbotschaft, denn die neue Umlage ist beileibe nicht der einzige Posten, der die Stromrechnung 2012 in die Höhe treibt. Der beschlossene Atomausstieg und die einhergehenden Sonderzahlungen, die die Verbraucher für den Ausbau der erneuerbaren Energien leisten müssen, wird sich ab dem 1. Januar ebenfalls erhöhen. Die sogenannte EEG-Umlage verteuert sich dann um 0,062 Cent pro Kilowattstunde auf 3,592 Cent je Kilowattstunde. Auch hier müssen wieder einmal die besonders energieintensiven Unternehmen geringere Sätze entrichten. Umgewälzt werden auch hier die Kosten auf die Privathaushalte. Sollte man bereits einen Bescheid über eine Tariferhöhung erhalten haben, sollte man schnell wechseln.